Noch sind die Urlaubserinnerungen ganz frisch. Litauen, Lettland, Estland, Südschweden. Was für ein Geschenk. Als Familie unterwegs zu sein und das genießen zu können, zu dürfen – das ist ein Schatz. Das Bild im Beitrag zeigt eine lettische Moorlandschaft. Wir machen an diesem Tag einen Ausflug in einen Nationalpark. Die Natur beeindruckt uns sehr in den baltischen Ländern. Vor allem der viele Wald. Kilometer lang nur Wald, Wald, Wald.
Das Gehen in dieser Moorlandschaft steht für so vieles: Dort, wo die Natur unberührt bleibt, ist sie am schönsten. Anscheinend braucht es wirklich Zonen in Ländern, die „Nationalpark“ heißen, damit sie nicht der Ausbeutung des Menschen zum Opfer fallen. Einfach schön, sich in dieser Umgebung aufzuhalten. Und das Sein zu viert. Wir als Familie unter uns.
Moore stehen für mich auch für die Geschichte der Natur: Wachsen, blühen, sich vermehren, wieder versinken, manches bleibt konserviert für die Nachwelt, in der Tiefe. Welche Geschichten dieses Moor wohl zu erzählen hätte?
Auch die (Haupt-)Städte in den baltischen Ländern: Vilnius, Riga, Tallinn – welche Geschichten würden sie wohl erzählen, wenn man Häuser, Plätze, Bäume, Kirchen, Rathäuser befragen würde? In einem Freilichtmuseum spreche ich mit einer älteren Frau, die uns in gebrochenem Englisch die Kulturgeschichte des zu Sehenden erklärt. Sie bedankt sich, dass wir uns für die Kultur des Landes interessieren. Es sind diese Begegnungen mit Menschen, die bleiben.
In Stockholm sind wir auf einen Automechaniker angewiesen. Ein Familienbetrieb mit einer reinen 5-Sterne-Google-Bewertung. Und das zu Recht. Er versteht unsere Lage, er versucht sein Bestes – und das Auto ist, während wir zwei Tage Stockholm mittels „Tunnelbana“ (U-Bahn/Metro) erkunden, in besten Händen.
Vieles wäre aufzuschreiben, einzufangen, zu beschreiben, wiederzugeben, herzuzeigen. Doch es geht ja nicht ums Aufzählen und Herzeigen. Ich versuche mich an die Menschen, an die Stimmungen, an das Lachen, Spielen (ja, Siedler von Catan war natürlich mit dabei) zu erinnern. Wie wir als Familie Spaß hatten, wo wir Glück hatten, wo wir Gefallen an den jeweiligen Landessprachen gefunden haben, an den Schriftbildern, an den Tieren, die uns begegnet sind.
Auch dieser Urlaub prägte uns wieder nachhaltig, weil wir komplett aus der Zeit gefallen waren. Meistens hatten wir keine Ahnung, welcher Wochentag und welches Datum gerade geschrieben wurden. Alle Sorgen von zu Hause waren komplett vergessen, das Gehetze der letzten beiden Schulwochen war unserer Stimmung entschwunden. Und immer wieder der Gedanke zwischendurch: Es ist Glück, Geschenk, ein kleines Wunder, dass wir das alles gemeinsam erleben dürfen und dass wir uns vier Wochen aushalten.
Mit Pipi Langstrumpf, den Kindern von Bullerbü und der Krachmacherstraße, Astrid Lindgren, Ilon Wikland (Astrid Lindgren-Illustratorin) und dem Zauber schwedischer (Kinder-)Kultur in Berührung zu kommen war auch ein besonderes Highlight. Dazu die schwedischen Holzhäuser, die wirklich wie aus dem Bilderbuch aussehen. Einige schwedische Pop-Lieder, die im Radio liefen, haben wir auch notiert, um zu Hause den Urlaub noch ein wenig weiterleben zu lassen. Vielleicht kommen wir ja wieder, es wäre wunderschön!


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