Gott, siehst du sie, alle Heiligen?
Manchmal habe ich die Befürchtung, dass du sie übersiehst.
Die Menschen, die die blutende Hand
dem noch ärmeren Nachbarn reichen,
um Frieden zu jetzigen.
Wie verheutigt sich dein Wille, Grundgütiger?
„Dein Wille geschehe“ sagen wir manchmal unbedacht.
Ist es dein Wille?
Oder ist es dein leises Bedauern unseres freien Willens?
Können wir das Morden und Totschlagen,
das Vergewaltigen und Foltern
nicht endlich der Vergangenheit angehören lassen?
Wir sind doch keine Christen, keine Muslime, keine Juden.
Wir sind doch Menschen.
Menschen, die leben wollen.
Von Fülle trau ich mich gar nicht zu sprechen.
Und doch:
Leben in Fülle.
Wird es ein Fest sein, jemals?
Und wie kann ich den Streit durchbrechen,
der die Welt zerbricht?
Gott, ich habe Fragen.
Und ich möchte nicht eher aufhören,
als dass du sie mir beantwortest.
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Beitragsbild:
Foto von Claudio Schwarz auf Unsplash


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