Der Neubeginn des Jahres ist geworfen wie ein Zaubertuch, das ein Magier wirft. Es fällt herab auf die Kugel, in die er schaut, um Zukunft zu erfahren und zu deuten. Neubeginn ist immer Magie, selbst der Neugeborene Gottes wurde von Magiern entdeckt. Magisch bin ich angezogen von der Vorfreude auf die vielen Tage, die das neue Jahr bringen wird. Freilich, es wird nicht jeder Tag so rund und klar sein wie die Zauberkugel, aber das Potential des Möglichen und Verwirklichbaren lässt mich aufatmen, durchatmen, einatmen und ausatmen, es lässt mich fühlen, dass fast alles möglich ist. Was aber heißt „fast alles“? Alles ist möglich, sollte ich besser sagen. Denn es darf im Denken des neuen Jahres keine roten Linien geben, keine Schranken, keine Barrieren, keine Grenzen. Nichts soll sich dem Lauf des Lebens in den Weg stellen, niemand. Wer sich standhaft weigert, aus dem Weg zu gehen, der wird umarmt, geküsst, liebkost. Und er wird weichen, mit einem Lächeln, weil ihn die Liebe hinfortzog.
Was werde ich verwirklichen? Was wird meine Fantasie anregen, was meine Gefühlswelt beleben, was meinen Körper durchzucken, was mein Augenlicht erfreuen, was meine Ohren und mein Herz betören?
Mir fällt nur ein: Die Kraft der Liebe wird es sein, die so vieles möglich machen wird. Ihre Kraft strotzt wie ein guttrainierter Muskel, der sich zusammenzieht und sich wieder entspannt. Ja, entspannt, das trifft es. Entspannt will ich mich einfinden in die Umlaufbahn der magischen Kugel, dem Willen einen freien Lauf lassen, meine Energie bündeln zum Wohlgefallen der Vielen, meine Finger die schönen Instrumente spielen lassen und meine Hand die schönsten Buchstaben schreiben sehen. Was könnte die umfassende Schönheit stören, die Betörung aufheben, die Lust zügeln und die Energie bremsen? Nichts. Einfach nichts und niemand.
Der Neubeginn des Jahres ist die Chance auf einen Re-Start, auf die Umsetzung meiner kühnsten Träume. Zack, da werden sie Wirklichkeit, die Träume, wie von Feen-Hand, einer um den anderen. Ich gleite hinauf in neue Höhen, ich fliege über mein eigenes Wunderland, das bewohnt ist von bewundernswerten Lebewesen und Pflanzen. Selbst die Steine erröten ob der großen Kraft meiner Vorstellung, die sich verwirklicht in der Vulkanglut des Vorstellbaren, des Möglichen und scheinbar Unmöglichen. Mein Herz schwingt sich auf und bleibt doch ganz geerdet, ja, es wurzelt im Boden der Erde, die mich trägt, die alles möglich macht, die Fruchtbarkeit und Kreativität garantiert, die Leben hervorbringt und mütterlich und väterlich alles umsorgt, was gedeihen will.
Ich bin bereit. Erfülle mich, du neues Jahr!
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Beitragsbild: pexels kostenlose bilder / via wordpress


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